Ich liebe Regenbögen

Gott hat wirklich Humor! Vorgestern Nachmittag sitze ich in meinem Wohnzimmer und schaue aus dem einen Fenster - es gießt wie aus Badewannen! Ins andere Fenster scheint gleichzeitig strahlendhell die Sonne. Ich kombiniere: Auf der anderen Seite des Himmels müsste ein Regenbogen zu sehen sein.

 

Ich liebe Regenbögen, bin ein echter Fan davon! Jedesmal, wenn ich einen sehe, muss ich an Gottes Zusage denken, die er ganz am Anfang den Menschen in 1. Mose 9  gemacht hat. Nach der Sintflut hat er versprochen, dass er in seinem Zorn nie wieder soweit gehen würde, alles zu vernichten - und er schloss einen Bund mit Noah (und damit stellvertretend für alle Menschen).  Das Zeichen dieses Bundes können wir heute noch immer mal wieder am Himmel sehen - den Regenbogen.

 

1. Mose 9, 12 Und Gott sprach: »Ich gebe euch ein Zeichen als Garantie für den ewigen Bund, den ich mit euch und allen Lebewesen schließe: 13 Ich setze meinen Bogen in die Wolken. Er ist das Zeichen meines unumstößlichen Bundes mit der Erde. 14 Jedes Mal, wenn ich Regenwolken über die Erde schicke, wird der Regenbogen in den Wolken zu sehen sein. 15 Dann werde ich an meinen Bund mit euch und mit allem, was lebt, denken. Niemals mehr wird eine Flut alles Leben auf der Erde vernichten. 16 Wenn der Regenbogen in den Wolken steht, werde ich ihn ansehen, um mich an den ewigen Bund zu erinnern, den ich mit allen Lebewesen auf der Erde geschlossen habe.« 17 Und Gott sprach zu Noah: »Ja, dies ist das Zeichen meines Bundes, den ich mit allen Geschöpfen auf der Erde schließe.«

 

Vorgestern also war der Himmel genauso, wie er ist, wenn dieses Bundzeichen zu sehen ist. Ich laufe in ein anderes Zimmer, das das Fenster zur anderen Seite hat - und tatsächlich: ein “dicker, fetter” Regenbogen :-) wölbt sich über dem Haus gegenüber. Ich bin fasziniert und will ihn mit der Kamera festhalten. Also zurück ins Wohnzimmer, Kamera holen, raus in der Hausflur, von wo aus die Sicht besser ist, Fenster auf … inzwischen hatte der Regen aufgehört und auch die dunkle Seite des Himmels war schon wieder hell. Normalerweise freue ich mich darüber, aber Regenbögen haben die Eigenschaft, auf der gegenüberliegenden Seite der Sonne, also auf der dunklen Seite, zu erscheinen …

 

So war es dann auch - als die Kamera endlich “schussfertig” war, war da kein Regenbogen mehr. Ich war echt enttäuscht. Schon so lange hatte ich keine dieser schönen, farbenprächtigen “Brücken zum Himmel” mehr gesehen - und nun, wo er von meinem Zuhause aus zum Greifen nahe war, war er schon wieder weg. Ich hatte ihn zu spät entdeckt …

 

Doch plötzlich höre ich in meinem Herzen eine verschmitzte Stimme lächelnd sagen: “Soll ich ihn für dich noch einmal einstellen?” Ich war etwas perplex, meinte aber dann: “Ja, würdest du das tatsächlich für mich tun?” Statt einer weiteren Antwort - zack, hing der Regenbogen wieder am Himmel. Dort, wo zwar noch einige weiße Wolken waren, aber wo es schon wieder hell war und nicht mehr regnete.

 

Ich war völlig fasziniert und überwältigt - und habe drauf los fotografiert. Mindestens 5 min. lang konnte ich das in aller Ruhe tun - der Bogen blieb, mal etwas schwächer, dann wieder deutlicher (und klarer als es auf den Fotos wiedergegeben werden kann).

 

SO ist Jesus! Es macht ihm Spaß, mir eine Freude zu machen! Das war deutlich zu spüren und an seiner Frage auch zu merken. Jesus hat den Regenbogen für mich (!) wieder an den Himmel gehängt !! Einfach so. Weil ich ihn so gerne noch fotografieren wollte.

 

Jesus hat mich auf eine ganz einfache, leise und doch so deutliche Weise wieder daran erinnert, dass er mich einfach liebt - und dass er Spaß daran hat, mir eine Freude zu machen. Welch ein Privileg - nicht in dem Sinne, dass ich etwas Besseres wäre als andere Menschen, aber in dem Sinne, dass ich - und wir - als Christen wirklich jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde auf ganz natürliche Weise mit Jesus verbunden sind und er in unserem ganz normalen Alltag jederzeit da ist und für uns da ist!

 

Ich liebe Regenbögen!

 

 

 

© Lisa Holtzheimer

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Verkehrte Welt


Jetzt stehen sie wieder vor der Tür – die sogenannten „tollen Tage“, je nach Region Karneval oder Fasching genannt. Für mich als gebürtiges Nordlicht ist dieser Ausnahmezustand auch nach 20 Jahren in den Ausläufern des Rheinlandes immer noch gewöhnungsbedürftig – und um ehrlich zu sein, will ich mich gar nicht daran gewöhnen.

 

Jedes Jahr wieder staune ich darüber, wie unendlich viele intelligente, seriöse, kluge Menschen sich freiwillig zu Narren machen. Inzwischen vermeide ich es in der Woche rund um den Rosenmontag möglichst, Einkäufe oder andere Erledigungen tätigen zu müssen. Mehr als einmal fand ich mich in dieser Jahreszeit schon in einem Autohaus, in einer Sparkasse oder einem Friseursalon wieder, wo ich plötzlich von Indianern, Clowns, Pumuckels oder ähnlichen Gestalten bedient wurde – und ich gebe offen zu, dass ich mich dabei alles andere als wohl gefühlt habe.

 

Warum habe ich mich dabei so unwohl gefühlt? Nicht einmal, weil die entsprechenden Gestalten anzüglich, frech oder gar betrunken waren. Nein – sie befanden sich ja trotz aller Verkleidung im Dienst und hatten sich natürlich auch die entsprechenden Verhaltensregeln zu halten. Doch wenn man als einzige Person ohne Kostüm in einer Bank steht, in der sich statt seriöser Bankkaufleute Orang-Utans, Cowboys oder Riesenbabys hinter den Schaltern befinden, kommt man sich einfach merkwürdig vor. Und von nicht wenigen wird man auch genauso angesehen – man kann doch nicht ganz normal sein, wenn man in diesen Tagen nicht wenigstens ein schiefes Hütchen auf dem Kopf hat oder Luftschlangen um den Hals hängen.

 

Verkehrte Welt. Plötzlich werden die Narren zu den Normalen und die Normalen werden als Narren angesehen – als die, die irgendetwas nicht ganz kapiert haben.

 

Ein Narr ist ein dummer Mensch; jemand, der es entweder nicht besser weiß oder sich mit der Wahrheit, der eigentlichen Realität nicht identifizieren will. Wikipedia definiert den Begriff so:

 

Als Narr (von Althochdeutsch Narro), aber auch als Tor (davon hergeleitet töricht als Eigenschaft), wurde im Mittelalter ein Spaßmacher bezeichnet, der für Unterhaltung und Belustigung sorgen sollte und dabei meist auffällig gekleidet war. Als Tor oder Narr werden auch Personen bezeichnet, die sich sehr unreif, dumm, tollpatschig, voreingenommen, vorurteilsbehaftet und ignorant verhalten und die sich auf Basis ihrer Unwissenheit als Gelehrte aufplustern, ohne ihre Unwissenheit zu erkennen, weil sie denken, ihre Unwissenheit sei großes Wissen.

 

Außer Gebrauch gekommen ist die allgemeine Bedeutung eines „Narren“, der „närrische“, verdrehte, einfältige Dinge tut, halb mutwillig, halb wahnsinnig. Der Ausdruck wurde verunglimpfend gebraucht; allenfalls die Bezeichnung „Närrchen“, für ein Kind oder einen Jugendlichen, drückte gemischte Sympathie aus.

 

Eigentlich also eine in jeder Hinsicht abschreckende Bezeichnung. Man sollte denken, niemand möchte gerne so gesehen und definiert werden. Aber unzählige Menschen können sich nichts Schöneres vorstellen, als genau als das bezeichnet zu werden – als Narr / neudeutsch dann in der weiblichen Form auch noch als Närrin.

 

Ich finde das erschreckend. Gleichzeitig finde ich darin aber auch ein gutes Gleichnis für die Christen in dieser Welt. Die Bibel hat keine gute Meinung über Narren.

 

Aber Jesus sagt uns u. a. in Johannes 17, dass wir zwar „in der Welt, aber nicht von dieser Welt“ sind.


Auch als Christ fühle ich mich manchmal wie in einer „verkehrten Welt“. So viele Absurditäten werden „heute“ als normal angesehen – und das war auch schon vor Generationen  und vor Hunderten von Jahren nicht anders. Doch die Absurditäten nehmen täglich zu. Manchmal, wenn ich Nachrichten schaue und dort wieder in absoluter Ernsthaftigkeit ein völlig absurder Beschluss als neues Gesetz verkündet wird, sträuben sich mir oft genug die Nackenhaare.

 

Wenn ich sehe, wie sehr nicht nur die Menschen, sondern auch die Medien – auch die seriösen – Veranstaltungen wie die „Love Parade“ oder den „Christopher Street Day“ protegieren, wenn ich zuschauen muss, wie in großen Kirchen homosexuelle Partnerschaften als Ehe anerkannt werden und vermeintlich mit Gottes Segen versehen werden, wenn immer deutlicher wird, dass christliche Symbole, Meinungen und Ansichten von höchster Stelle aus immer mehr verdrängt oder als intolerant bezeichnet werden, während gleichzeitig islamischen Werten, Symbolen und Zeichen immer höhere Wertschätzung entgegengebracht wird – dann fühle ich mich mehr und mehr verkehrt in dieser Welt. Ich bin der Narr, die anderen sind die Normalen – scheinbar.

 

Doch in Wirklichkeit ist es ganz anders. In Wirklichkeit bin ich nicht der Narr, sondern das Kind des Königs.

 

Als Christ lebe ich zwar in dieser Welt – aber ich gehöre nicht mehr zu ihr. Ich gehöre längst zu einer anderen Welt – zu der eigentlichen Realität. Alles um mich herum will mir weismachen, dass diese Welt die Wirklichkeit ist – die einzige Wahrheit. Das Schreckliche ist – unendlich viele Menschen wissen es nicht besser und sind von ganzem Herzen überzeugt davon.

 

Ich aber weiß es besser. Ich bin ein Kind Gottes – und meine wirkliche Realität, die einzige Wahrheit, ist das Reich Gottes. Ich lebe – auch – noch auf dieser „falschen“ Welt, aber ich lebe vor allem in der eigentlichen Welt. Als Kind des höchsten Königs habe ich ungehinderten Zugang zu diesem Reich – ohne jede Einschränkung. Als Königskind lebe ich selbstverständlich im Reich des Königs – und nicht außerhalb in einem anderen Land.

 

Ich will mir das noch viel mehr bewusst machen – ich lebe nicht mehr in der Scheinwelt, in der „Matrix“, sondern ich habe jederzeit ungehinderten Zugang zum Reich meines himmlischen Vaters. Ich gehöre in dieses Reich – nicht in die Matrix. Alles, was dem Vater gehört, gehört auch seinen Kindern. Wenn wir das immer mehr verinnerlichen, leben und in die Tat umsetzen – dann leben wir nicht mehr in der verkehrten Welt, sondern in der einzig wahren Realität unseres himmlischen Vaters.

 

 

 

© Lisa Holtzheimer

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Deal mit Gott


Frage:

Wenn ich mir in der Führung Gottes unsicher bin und Gott einen Deal vorschlage: „Wenn Du mir …, dann ich …“ oder „Wenn bis dann das nicht geschehen ist, dann sehe ich das als ein Ja, wenn doch, dann als ein Nein.“ Lässt Gott das mit sich machen und kann ich es dann als absolute Methode nehmen, um Klarheit zu erlangen?

 

Antwort:

Eine wirklich interessante Frage! Zunächst und aus dem Bauch heraus hätte ich gesagt: Nein, mit Gott kann ich nicht dealen, denn er ist souverän, heilig, unantastbar in seinen Entscheidungen. Doch dann kamen mir gleich zwei biblische Begebenheiten in den Sinn, in denen Menschen ganz offensichtlich mit Gott gedealt haben – und zwar schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte!     

Abrahams Feilschen für Sodom und Gomorra

In 1.Mose 18,20-33 wird uns von Sodom und Gomorra berichtet. Die Namen der beiden Städte des frühen Israels sind heute noch Begriffe für heilloses Durcheinander, Zügellosigkeit - das Chaos schlechthin. In den Versen 20 und 21 heißt es: „Darum sagte der Herr laut: Harte Anschuldigungen habe ich über die Menschen von Sodom und Gomorra vernommen: Sie sollen ein abscheuliches Leben führen. Ich gehe jetzt dorthin, um selbst nachzusehen, ob die schweren Vorwürfe wirklich zutreffen.“


Bemerkenswert sind schon die drei Verse zuvor beschriebenen Gedanken Gottes: „Soll ich wirklich vor Abraham verbergen, was ich mit Sodom und Gomorra vorhabe?“


Gott, der zu diesem Zeitpunkt schon weiß, wie Abraham reagieren wird, möchte ihn dennoch nicht vor vollendete Tatsachen stellen, sondern teilt ihm seine Gedanken mit. Der allmächtige, allwissende und heilige Gott betrachtet den Menschen Abraham als gleichwertigen Ansprechpartner!


Und letzterer begreift sofort, dass Gott vorhat, beide Städte zu vernichten, denn Abraham hatte eine sehr enge Beziehung zu Gott und kannte dessen “Ansichten” sehr gut. (Ob Gott mit Abraham “wörtlich” - also hörbar - gesprochen hat, lässt sich nicht letztgültig sagen; allerdings gehe ich aufgrund des biblischen Berichtes davon aus, dass es so war.)


Abraham bekommt es nun mit der Angst zu tun: Nicht, weil er selbst auch vernichtet werden soll, sondern weil er sich überlegt, dass es zumindest einige „Gerechte“ in Sodom geben könnte. Diese einfach mit allen anderen zu vernichten, hält er für unfair - und sagt es Gott auch: „Willst du wirklich Unschuldige und Schuldige zusammen vernichten? Vielleicht findest du ja 50 Leute in der Stadt, die nichts Böses getan haben und dir dienen. Willst du die Stadt nicht um ihretwillen verschonen? Es wäre unrecht von dir, Sodom ganz zu vernichten! Denn dann tötest du ohne Unterschied den Schuldlosen und den Schuldigen und behandelst beide gleich. Das wäre nicht Recht! Du bist der Richter der ganzen Welt und willst gegen die Gerechtigkeit verstoßen?“ (1.Mose 18,23-25)


Abraham scheint ziemlich aufgebracht, denn er wagt es, Gott vorzuwerfen, dass sein Handeln ungerecht sein könnte. Eigentlich ein starkes Stück – doch Gott reagiert nicht wütend oder beleidigt: „Da erwiderte der Herr: Wenn ich in Sodom 50 Unschuldige finde, werde ich um ihretwillen den ganzen Ort verschonen.“ (1.Mose 18,26)


Gott lässt sich also auf den Deal ein! Abraham beginnt zu feilschen, handelt Gott sozusagen Stück für Stück herunter: 45, 40, 20 und schließlich 10 unschuldige Menschen sollen ihm genügen, um die Stadt zu verschonen. Immer wieder lenkt Gott ein, immer wieder sagt er „okay, wenn diese wenigen unschuldigen Menschen in der Stadt gefunden werden, werde ich nichts tun und die ganze Stadt verschonen”“.


Das Ende der Geschichte ist bekannt: Sodom wurde doch vernichtet, ebenso später Gomorra - es haben sich jeweils nicht einmal zehn Gerechten gefunden. Aber Gott hätte sich von seinem Plan abbringen lassen, wenn es doch der Fall gewesen wäre, denn Gott hält sein Wort. Menschen können also durchaus mit Gott dealen!

 

Gideon und der Deal mit dem Schaffell

Eine zweite Begebenheit finden wir in Richter 6,36: Gideon wird von Gott auserwählt, sein Volk zu retten, er glaubt Gott zwar, will aber einen “Echtheitsbeweis”. Deshalb legt er über Nacht ein Schaffell aus und sagt zu Gott, am nächsten Morgen solle das Fell nass von Tau sein und der Boden rundherum trocken. Es geschieht so, doch Gideon genügt dieses Wunder noch nicht; er möchte am nächsten Morgen den zweiten Beweis sehen und verlangt, dass dieses Mal das Fell trocken und der Boden rundherum nass sein soll. Auch dieses geschieht nach seinem Wunsch.


Ebenso wie bei Abraham, finden wir auch hier einen Menschen, der mit Gott handelt - wenn auch nur als „Versicherung“ und Bestätigung für das, was er verstanden zu haben glaubt.

Was bedeutet dies für uns heute?

Gott hat zwar seinen Plan mit uns und er kennt alle Eventualitäten, die aus unseren eigenen Entscheidungen passieren. Dennoch sind wir ihm sicherlich nicht „blind und hilflos ausgeliefert“ (wenn man das überhaupt von einer Beziehung zu Gott behaupten könnte). Er interessiert sich durchaus auch für unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen, er akzeptiert in jedem Fall unsere eigenen Entscheidungen, zwingt uns niemals dazu, uns mit unserem Willen für oder gegen eine Sache zu entscheiden.


Gott lässt mit sich dealen – ja, aber nur in einem „gewissen Rahmen“: Wir können Gott nicht zwingen, etwas zu tun als Gegenleistung, wenn wir zuvor etwas für ihn getan oder uns seinem Willen gemäß verhalten haben. Selbst wenn die Wünsche noch so „fromm“ sind, ist ihre Erfüllung nicht verdienbar und Gott uns niemals etwas schuldig.

 

Gott um Bestätigung bitten?

Umgekehrt können wir Gott durchaus bitten, uns Wünsche zu erfüllen(eine bestimmte Arbeitsstelle oder was auch immer) und ihm „im Gegenzug“ dafür versprechen, etwas Bestimmtes zu tun. Dies entspräche dem Motto „Wenn du mir … dann ich …“, wie in der Frage formuliert.


Eine meiner Freundinnen hat genau das getan: Sie - auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle - wollte gern im christlichen Bereich arbeiten, jedoch nicht bei einer Organisation, die ihre Mitarbeiter über einen selbst aufzubauenden Freundes- und Spenderkreis finanziert. So hat sie zu Gott gesagt: „Wenn du mir einen Arbeitsplatz im christlichen Bereich schenkst, an dem ich ein festes Gehalt bekomme, von dem ich leben kann, dann werde ich dafür eine andere Person unterstützen.“ Es dauerte gar nicht lange bis sie die Arbeitsstelle bekam, an der sie jetzt arbeitet: in einem Missionswerk, das seinen Mitarbeitern feste Gehälter zahlt. Sie hat daraufhin ihr Versprechen wahr gemacht und unterstützt nun eine andere Person.


Am Beispiel von Gideon wird deutlich, dass auch der Weg „wenn dies oder das geschieht, dann sehe ich das als ja, wenn nicht, dann als nein“ oder so ähnlich, möglich ist.


Jedoch sollten wir auch hier selbstkritisch überdenken, ob wir nicht einfach unsere eigenen Wünsche mit dieser Art der Fragestellung zu erfüllen versuchen. Nach dem Motto: „Wenn es morgen früh geschneit hat, weiß ich, dass ich ihn oder sie heiraten werde.“ Je nach Jahreszeit sinken oder steigen die Chancen also
J. Natürlich ist das Beispiel überspitzt, aber zeigt, was ich sagen will: Es ist relativ einfach, eine solche Methode von vornherein manipuliert anzulegen und das Ergebnis schon vor dem eigentlichen „Test“ abzusehen.

Wenn man aber einen sehr klaren Eindruck von Gott hat, man solle etwas tun (sei es, in die Mission zu gehen, sei es schlicht, die Arbeitsstelle zu wechseln), so kann man mit Gott einen solchen „Deal“ machen, um letzte Gewissheit zu bekommen. Gott möchte unser Vertrauen, aber er kennt uns auch und weiß, welcher Mensch eine zusätzliche Sicherheit braucht – so wie Gideon zum Beispiel.



 

 

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Woher kommen die Ureinwohner?

Frage:

In einem Gespräch über die Evolutionstheorie wurde ich darauf  hingewiesen, dass wenn die erde wirklich “nur” ca. 6.000 Jahre alt ist, wie kommen dann die Ureinwohner Australiens, Süd und Nordamerikas auf ihre Kontinente. Nach den Berechnungen bildete die Erde vor 6.000 Jahren noch nicht ein einzigen Kontinent wie es angenommen wird.

 

Antwort:

Das ist eine wirklich interessante Frage! Ich bin zwar auch der festen Überzeugung, dass das Alter die Erde irgendwo zwischen 6.000 und höchstens 10.000 Jahren liegt, aber auf die Idee, nach der Herkunft der so genannten „Ureinwohner“ der verschiedenen Kontinente zu fragen, bin ich wirklich noch nie gekommen.

 

Woher der „Hinweis“ kommt, dass irgendwo angenommen wird, dass die Erde damals vielleicht einen einzigen Kontinent bildete, weiß ich nicht - die Bibel sagt davon nichts. In der Bibel wird von Kontinenten wie Amerika, Australien usw. nicht namentlich gesprochen, das jedoch bedeutet nicht, dass es diese Kontinente zu der Zeit nicht gab. Zwar ist die Bibel vollständig und vom ersten bis zum letzten Buchstaben das inspirierte Wort Gottes, das Menschen in seinem Auftrag aufgeschrieben haben, aber trotzdem beleuchtet es natürlich immer nur einzelne Geschehnisse. Schon immer spielten das Land und das Volk Israel darin eine große Rolle, denn Israel ist „der Augapfel Gottes“ (vgl. Sach 2, 12).

 

Gott hat sich das Volk Israel als sein Eigentum erwählt (Ps 135, 4). Aus diesem Grunde „spielt“ im Grunde die gesamte Bibel in und um Israel – geographisch nicht immer ganz direkt (da geht’s auch schon mal nach Ägypten, später sogar nach Griechenland und das heutige Italien (Rom) und Umgebung), aber immer spielt das Volk Israel eine Rolle.

 

Aber schon, wenn du dir nur diese beiden Beispiele ein bisschen näher beleuchtest, stellst du schon fest, dass hier nicht nur von einem einzigen Kontinent die Rede ist. Ägypten liegt in Afrika, Israel in Asien, Griechenland und Italien in Europa. Das sind drei Kontinente, die in der Bibel erscheinen, wenn sie auch nicht unbedingt mit unseren heutigen Namen benannt sind. Aber sie bildeten auf keinen Fall einen einzigen, großen Gesamtkontinent. Besonders deutlich wird das, wenn man die Missionsreisen des Paulus beleuchtet.

 

Er war viel mit Schiffen unterwegs und hat so einiges auch an Stürmen und Unwettern mitten auf dem (Mittel)Meer erlebt. Seine Schiffsreisen dauerten oft mehrere Tage bis Wochen. Und noch viel früher, als Jona vor dem Auftrag Gottes flüchten wollte, finden wir einen ziemlich deutlichen Hinweis auf das Meer: „Jona machte sich auf den Weg – aber in die entgegengesetzte Richtung! Er floh vor dem Herrn und kam zunächst in die Hafenstadt Jafo (Joppe). Dort fand er ein Schiff, das gerade nach Tarsis segeln sollte. Er bezahlte das Geld für die Überfahrt und ging an Bord” (Jona 1, 3). Auch hier handelt es sich ganz deutlich um das Mittelmeer, auf dem das Schiff fuhr und in dem dann auch der Fisch schwamm, den Gott schickte, um Jona zu verschlucken.

 

Du findest bestimmt noch mehr Hinweise in der Bibel auf das Meer (das letztendlich der Grund für die Trennung der Kontinente ist) - diese Beispiele sollen nur als “Gedankenanstoß” dienen. Vielleicht hast du ja auch die Möglichkeit, dir mal ein paar Karten aus der Zeit der Bibel anzusehen. In manchen Bibeln sind hinten welche drin, und es gibt auch sehr gute Atlanten.

 

Soviel einfach zu der Frage der Kontinente. Es hat mit Sicherheit schon immer alle Kontinente in etwa der Form gegeben, wie sie heute sind. Ich bin überzeugt davon, dass Gott die Erde mit den Kontinenten geschaffen hat, denn er hat sie mit dem Meer geschaffen und dem Meer befohlen, sich an bestimmten Orten zu sammeln, damit man das Trockene sehe (1 Mo 1, 9.10).

 

Und auf diesen Kontinenten haben schon immer Menschen gelebt. Sicher, die ersten beiden Menschen lebten tatsächlich im Paradies, das ja auch auf der Erde war, irgendwo in der Ecke der heutigen Türkei lag es. Aber diese beiden ersten Menschen - Adam und Eva haben Kinder bekommen. Und nicht nur die beiden, die wir aus der Bibel so gut kennen, Kain und Abel, sondern einige mehr. Und diese Kinder haben wieder Kinder bekommen … Sehr schnell hat sich die Menschheit vermehrt.

 

Doch dann kam die Sintflut - wieder keine Menschen, egal, wohin sie sich vorher schon ausgebreitet hatten … Nur Noah und seine Familie. Ganze 8 Menschen und eine Unmenge Tiere auf der gesamten Erde, nachdem das Wasser sich wieder zurückgezogen hatte. Schon eine leicht schwierige Vorstellung, dass aus 8 Menschen wiederum die ganze heutige Erdbevölkerung entstanden sein soll, das gebe ich zu. Aber ich kann nichts anderes, als es zu glauben, denn wenn die Bibel die Wahrheit ist und sagt, dann hat es nach der Sintflut außer Noah, seinen 3 Söhnen und den jeweiligen Frauen keinen einzigen Menschen mehr auf dieser Erde gegeben. Und die Bibel ist und sagt die Wahrheit!

 

Es wird eine ganze Weile gedauert haben, bis aus 8 80, 800, 8000, 8 Millionen … Menschen geworden sind. Aber es ist passiert. Vielleicht schneller, als es heute ginge - damals hatten Familien sehr viel mehr Kinder als wir es heute „normal“ finden; außerdem wurden die Menschen viel älter als wir es kennen. „Und Noah war 500 Jahre alt, da er den Sem, Ham und Japhet zeugte“ (1 Mo 5, 32); „Noah aber lebte nach der Sündflut noch 350 Jahre lang“ (1 Mo 9, 28). Er war also ca. 900 Jahre alt, als er starb! Damals aber wurden Menschen ca. zehnmal so alt wie wir heute. Und sie hatten auch viel mehr Kinder.

 

Und diese Kinder haben sich - so nach und nach – über die gesamte Erde ausgebreitet. Zur Zeit Noahs und überhaupt lange Zeit im AT waren viele Menschen Nomaden – das heißt, sie hatten keinen absolut festen Wohnsitz, sondern zogen mit ihren Sippen und Tieren übers Land, immer dahin, wo es genug Futter für die Tiere gab. Auf diese Weise haben sie sich sogar ziemlich schnell immer mehr über die Erde ausgebreitet. Und schon sehr früh waren die Menschen in der Lage, Schiffe zu bauen, wie die Geschichte von Noah ja auch zeigt. 6.000 Jahre sind eine lange Zeit, da hatten viele Menschen die Möglichkeit, sich auszubreiten. Sämtliche „Ureinwohner“ irgendwelcher Kontinente, Inseln oder wo immer man diesen Begriff gerne benutzt, sind ganz konsequenterweise nicht anderes als Nachkommen Noahs - und damit sind wir es auch, denn nach der Sintflut gab es niemand anders mehr als ihn, seine Kinder und Enkel …

 

Wenn wir von Ureinwohnern sprechen, meinen wir meistens Menschen, die irgendwo in Australien, Afrika, Südamerika oder auch anderswo im Urwald leben und die die Zivilisation noch nicht erreicht hat bzw. die sich nicht erreichen lassen wollten. Dass aber in viel früheren Zeiten die Menschen hier in Europa auch nicht sehr viel anders gelebt haben mögen (je nach Witterungsbedingungen waren die Lebensbedingungen natürlich auch angepasst), daran denken wir heute gar nicht mehr so unbedingt. Auch hier gab es „Ureinwohner“, nämlich die Menschen, die irgendwann als erste dies Land besiedelt haben, sesshaft wurden und sich dann „an Ort und Stelle“ immer mehr vermehrt haben. Nicht anders war es in Australien, in Südamerika oder auch Nordamerika, dessen „Ureinwohner“ wird ja im Allgemeinen als Indianer bezeichnen. Auch diese sind nur Nachkommens Noahs, irgendwann mit irgendeinem Schiff dort vielleicht gestrandet, haben sich die ersten Hütten gebaut … Überall war es dasselbe, auf jedem Kontinent wird es ähnlich passiert sein, auf einem eher, auf einem später. Aber zu irgendeinem Zeitpunkt hat immer der erste Mensch seinen Fuß auf diesen Kontinent gesetzt, ist dann dort geblieben und hat sich angesiedelt.

 

(Der Artikel “Woher nahmen Kain und Abel ihre Frauen” weiter unten in dieser Rubrik geht noch ein wenig weiterführend auf dieses Thema ein.)


 

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Gebieten im Namen Jesu


Frage:

 

Hallo, ich bin verwirrt. Ich bin vor kurzen in den christlichen Glauben getauft und habe eine Frage. Die Leute sagen und betonen immer wieder, dass wir einfachen Christen kein Recht haben, in Jesu Namen zu gebieten. Wenn ich bete, dann gebiete ich z. B. in Jesu Namen, dass alles Böse weichen soll. Daraufhin sagen die anderen, dass wir kein Recht haben, so zu beten, nur ein Prediger hat das Recht, so zu beten. Wenn das wahr ist, bitte sagt mir, wo das in der Bibel geschrieben steht! Danke!

 

 

Antwort


Hallo, ich finde es toll, dass du Jesus in dein Leben aufgenommen hast und dich taufen lassen hast. Damit hast du einen wichtigen Schritt getan und befindest dich total auf dem Boden der Bibel (Markus 16, 16 Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden).


Und um es gleich zu sagen: auch mit deiner Frage befindest du dich total auf dem Boden der Bibel! Du hast das absolut richtig verstanden, was du vermutlich aus der Bibel herausgelesen hast.


Wir als Christen haben eine große Autorität von Jesus bekommen. Das findet sich in ganz vielen Stellen in der Bibel wieder. Jesus sagt seinen Jünger immer wieder, dass sie in seinem Namen Dämonen austreiben sollten (z. B. Markus 6, 7 - 13). Zuerst hat Jesus dies selbst getan, denn bis dahin hatte kein Mensch die Vollmacht, dies zu tun. Doch seine Jünger, die gut drei Jahre lang Tag für Tag mit Jesus zusammen waren und von ihm lernten, wuchsen im Glauben und nahmen zu in der Vollmacht, die Jesus ihnen gegeben hatte. Und eines der wichtigsten Dinge dieser Vollmacht war in der Tat das Austreiben von bösen Geistern. Das hat nicht immer sofort geklappt, aber sie haben gelernt und sind im Glauben und auch hierin gewachsen. Und auch andere Menschen als die “direkten” Jünger Jesu haben dies getan - allerdings nicht immer mit Erfolg (siehe Apg. 19, 13 - 16: “Es unterstanden sich aber einige von den Juden, die als Beschwörer umherzogen, den Namen des Herrn Jesus zu nennen über denen, die böse Geister hatten, und sprachen: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt.14 Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters mit Namen Skevas, die dies taten. 15 Aber der böse Geist antwortete und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich wohl und von Paulus weiß ich wohl; aber wer seid ihr? 16 Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, dass sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen”).


An diesem Beispiel sehen wir zwei Dinge. Zum Einen, dass das Austreiben von bösen Geistern auch Aufgabe der Nachfolger Jesu war, als Jesus schon wieder beim Vater im Himmel war, denn diese Begebenheit spielte sich nach Jesu Himmelfahrt ab. Und obwohl es sich hier um Juden handelt, die vermutlich Jesus noch nicht als ihren Herrn angenommen hatten, ist davon auszugehen, dass das Austreiben von Dämonen durch Nachfolger Jesu und in seinem Namen inzwischen gang und gäbe geworden war.


Was zuerst - zu Jesu Lebzeiten hier auf Erden - nur auf den engsten Jüngerkreis beschränkt war, wurde nach seiner Auferstehung durch Jesus selbst ausgeweitet auf alle Menschen, die ihm nachfolgen (Markus 16, 17ff: Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;18 werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden). Hier steht sehr eindeutig “denen, die glauben” werden diese Zeichen folgen - und in der Auflistung steht das Austreiben von Dämonen (also bösen Geistern) sogar an erster Stelle!

Und diese Vollmacht, die Jesus auf seine Jünger übertragen hat, gilt für alle seine Nachfolger in allen Zeiten.


“Denen, die glauben” - das lässt keinen anderen Schluss zu, als dass dies für alle Menschen in allen nachfolgenden Zeiten gilt, wenn sie an Jesus glauben. Alle Menschen, die glauben, sind nun nicht nur Prediger oder Pastoren, sondern alle. Das Wort “alle” kennt keine Ausnahme. Sehr deutlich wird dies auch in Lukas 9, 49f: “Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand Dämonen austreiben in deinem Namen, und wir wehrten ihm, weil er dir nicht mit uns nachfolgt. 50 Und Jesus sprach zu ihm: Wehrt nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, ist für euch.” Hier treibt sogar jemand in Jesu Namen Dämonen aus, obwohl er Jesus nicht nachfolgt. Und selbst das befürwortet Jesus.


Ich denke nun nicht, dass dies bedeutet, dass tatsächlich jeder, der nicht an Jesus glaubt, zu jeder Zeit auch die Vollmacht über Dämonen hat, sondern dass diese Vollmacht normalerweise tatsächlich auf wiedergeborene Christen - also echte Nachfolger Jesu - begrenzt ist. Doch Gott ist souverän und kann auch Ausnahmen zulassen und für sich nutzen. Einem Menschen, der von Dämonen befreit wurde, ist mit Sicherheit geholfen - und sowohl der Befreite als auch der “Befreier” haben dadurch eine Erfahrung gemacht, die sie mit Sicherheit sehr viel leichter zu Jesus finden lässt.


Aber dieses Beispiel macht umso mehr deutlich, dass die Vollmacht über böse Geister und auch über Krankheiten, Situationen u. ä. nicht allein bei Predigern und sogenannten “Vollzeitchristen” liegt, sondern dass diese Vollmacht jeder wiedergeborene Christ hat.


Es gibt Christen, die davon ausgehen, dass manche Dinge, die in der Bibel stehen, nur für die “direkten” Jünger Jesu gegolten haben, also die 12 Menschen, die ca. drei Jahre lang Tag für Tag mit Jesus unterwegs waren. Diese Auslegung ist jedoch nicht schlüssig. Sämtliche Dinge, die in der Bibel stehen, sind wichtig und verbindlich für ALLE Nachfolger Jesu - bis zum letzten Tag, den diese Erde erleben wird. Dinge, die so unwichtig waren, dass sie nach kurzer Zeit keine Gültigkeit mehr hatten, wurden in der Bibel nicht explizit erwähnt - schon gar nicht an diversen verschiedenen Stellen und in großer Häufigkeit. Aber genau das ist der Fall bei diesem Thema. Du kannst ja mal auf www.bibelserver.de den Begriff “böse Geister” eingeben - oder je nach Übersetzung auch “Dämonen” (beide Wörter bezeichnen dieselben Persönlichkeiten). Dann findest auf Anhieb jede Menge Bibelstellen, in denen davon die Rede ist, dass diese Dämonen oder bösen Geister ausgetrieben werden müssen - und dass sie auch nur dadurch überhaupt verschwinden. Einfach so von selbst gehen sie nicht - denn ihr Ziel und ihre Aufgabe ist genau das Gegenteil.


Auf der anderen Seite müssen wir natürlich auch sehen, dass nicht “hinter jedem Baum” ein böser Geist lauert. Nicht jede Versuchung, nicht jede Angst und auch nicht jede Krankheit wird durch Dämonen oder böse Geister verursacht. Es gibt beides - Krankheiten, die durch Dämonen verursacht werden, aber auch “ganz normale”, natürliche Krankheiten. Nicht hinter jeder Grippe steckt ein Dämon. Wenn man sich ein bisschen länger mit dem Thema beschäftigt hat, lernt man, dies zu erkennen und zu unterscheiden. Wenn man aber - vor allem als sehr junger Christ - dazu (noch) nicht in der Lage ist, ist das überhaupt kein Problem. Denn hier gilt wie überall natürlich in erster Linie: Jesus ist immer noch größer. Jesus ist der Sieger - über alle Dämonen, über alle Krankheiten (auch über die natürlichen), über alle Ängste. Wenn man also nicht weiß, wie man jetzt mit einer Situation umgehen soll, dann ist der beste Rat, einfach Jesus selbst zu fragen. Er wird dir sagen, was die richtige Weise ist, mit der aktuellen Situation umzugehen.

Doch noch einmal zurück zu der o. g. Geschichte in Apg. 19. Das Zweite nämlich, was wir aus dieser Begebenheit lernen müssen, ist, dass es gewisse Voraussetzungen braucht, um sich mit Dämonen anzulegen. Denn man muss sich sehr deutlich darüber bewusst sein, dass man sich mit der unsichtbaren Welt auseinandersetzt - in diesem Fall mit dem bösen Teil der unsichtbaren Welt.


Und dies ist schon ein Gebiet, mit dem man sich schon näher auseinandersetzen sollte, bevor man “mal eben so” einen Dämon austreiben will. Denn Dämonen sind ja auch “Personen” - ebenso wie Gott, Jesus und der Heilige Geist Personen sind. Auch Dämonen sind keine “unsichtbaren Gespenster”, sondern Persönlichkeiten mit einem meist sehr starken Willen - und einem Herrn im Rücken, nämlich Satan. Unsichtbar sind sie allerdings - jedenfalls für das natürliche, menschliche Auge. Manchmal lässt Gott aber auch Menschen einen Einblick in die unsichtbare Welt tun und zeigt uns Engel oder auch Dämonen. Und - wie oben schon angedeutet - freiwillig verlassen diese Geister einen Menschen nicht. Und um ihnen zu begegnen, sollte man sich vorher schon eine Zeitlang intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben und eine wirkliche biblische Grundlage gebildet haben, auf der man sich sicher bewegt. Denn ansonsten zieht man schnell den Kürzeren … Auch hier wird Jesus dir sagen, was zu welchem Zeitpunkt dran ist und was nicht.


Du bist aber - wie schon gesagt - auf dem richtigen Weg, wenn du im Namen Jesu den Dämonen gebietest. Im Namen Jesu müssen sie gehorchen - sie haben keine andere Wahl. Und vielleicht hast du das ja auch schon selbst erlebt, dass das so ist. Dennoch ist dies keine Garantie dafür, dass sie nicht evtl. wiederkommen und sogar noch andere Geister mitbringen. Dazu sagt die Bibel auch etwas, z. B. in Lukas 11: “24 Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht; dann spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem ich fortgegangen bin. 25 Und wenn er kommt, so findet er’s gekehrt und geschmückt. 26 Dann geht er hin und nimmt sieben andre Geister mit sich, die böser sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin, und es wird mit diesem Menschen hernach ärger als zuvor.”


Das bedeutet, dass ein böser Geist, der aus einem Menschen ausfahren musste, sozusagen keine “Heimat” mehr hat. Und nach einer Weile kommt er zurück, schaut sich sein altes “Haus” (den Menschen) an, und wenn er sieht, dass dieses Haus schön sauber ist, aber leer (!), dann ruft er seine Freunde (sieben andre Geister) und zieht wieder ein. Nun kann sich jeder vorstellen, wie es in einem Haus aussieht, das schon ein “Bewohner” völlig ins Chaos gebracht hat, wenn dieser eine Chaot dann noch sieben weitere mitbringt. Es wird “ärger als zuvor” - also viel schlimmer und grausamer.


Hier sehen wir also, dass es nicht damit getan ist, einen bösen Geist einfach nur rauszuwerfen - und damit hat es sich. Damit hat es sich eben nicht. Wir müssen auch dafür sorgen, dass der Geist, wenn er zurückkommt, kein leeres, fein gesäubertes Haus, vorfindet, sondern ein bewohntes. Wenn ein Haus bewohnt ist, gibt es einen Besitzer - und dieser lässt nicht einfach zu, dass der frühere Besitzer es sich wieder unter den Nagel reißt. In diesem Fall muss der neue Besitzer der Heilige Geist sein. Er muss in diesem Haus wohnen und darin schalten und walten und alles muss ihm gehören. Dann ist das Haus - also der Mensch - sicher vor den bösen Geistern, die früher einmal darin gewohnt haben und rausgeworfen wurden.


Den Heiligen Geist muss der Mensch einladen in dieses Haus - es ihm übergeben, ihm schenken sozusagen. Er muss über das Leben des Menschen bestimmen dürfen und somit in dem Haus “schalten und walten”, wie er es für richtig hält. Denn wie der Heilige Geist, die dritte Person Gottes, es für richtig hält, so ist es natürlich richtig und am besten für den Menschen.


Wenn diese Voraussetzung gegeben ist, dann brauchen wir uns vor den bösen Geistern nicht zu fürchten. Und wenn wir - bei uns selbst oder bei anderen Menschen - böse Geister im Namen Jesu austreiben, dürfen wir nicht versäumen, den Heiligen Geist in das leere Haus einzuladen und es ihm zu übergeben. Denn in ein leeres Haus kommen die bösen Geister zurück - in ein bewohntes aber können sie nicht.


Alles in allem sind zwei Dinge sehr wichtig: Immer Jesus fragen - in jeder Situation und zu jedem Thema. Es gibt keine Frage, die du Jesus nicht stellen darfst - und es gibt keine Frage, auf die er dir keine Antwort geben wird. Und dich vom Heiligen Geist leiten lassen. Beides bedarf einer gewissen Übung. Wenn man das zum ersten Mal macht, erkennt man Jesu Stimme nicht immer sofort - aber wenn man dran bleibt, lernt man sie besser kennen und zu unterscheiden von vielen anderen Stimmen, die einem auch etwas “aufschwatzen” wollen. Mit der Führung des Heiligen Geistes ist es dasselbe. Mit der Zeit lernt man zu unterscheiden, welche Impulse vom Heiligen Geist kommen und welche nicht. Ich ermutige dich sehr, dran zu bleiben!


Ich möchte dir zu diesem Thema noch zwei Bücher empfehlen. “Segen oder Fluch - Sie haben die Wahl” und “Sie werden Dämonen austreiben”. Beide Bücher sind geschrieben von einem der größten Bibellehrer unserer Zeit, der leider vor einigen Jahren zum Herrn gegangen ist - Derek Prince, der sich jahrzehntelang ausführlich mit diesem Thema beschäftigt hat und mehr dazu sagen kann als viele andere.

 

 

 

 

© Lisa Holtzheimer

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Sprachengebet


Viele Christen sind sich bezüglich der Gabe des Sprachengebets unsicher. Einige lehnen sie aus Unsicherheit ganz ab, weil sie in ihrer Gemeinde oder in anderen Kreisen gelehrt wurden, dass diese Gabe – ebenso wie andere Geistesgaben – heute nicht mehr vorkommen. Dafür aber gibt es keinen biblischen Beleg – ganz im Gegenteil. Die Bibel ist voll von Belegen für die unaufhörliche Existenz aller Geistesgaben für alle Nachfolger Jesu zu allen Zeiten – bis an das Ende dieses Weltzeitalters.

 

Andere Christen glauben zwar, dass das Sprachengebet auch heute noch existiert und angewendet werden soll, doch sie beschränken es lehrmäßig auf die Aussage, dieses Gebet könne nur eine in dieser Welt existierende Sprache sein, also keine „nicht menschliche“ Sprache.

 

Richtig ist, dass die Sprachenrede (auch Zungenrede, Sprachengebet, Zungengebet genannt) oft eine in dieser Welt existierende Sprache ist - der bekannteste Beleg dafür ist sicher die Erzählung vom “Pfingstwunder” in Apostelgeschichte 2. Dort tritt die Gabe der Sprachenrede zum ersten Mal auf, als die Jünger nach Jesu Himmelfahrt vom Heiligen Geist erfüllt wurden und begannen, in anderen Sprachen, die sie im Natürlichen nicht beherrschten, zu sprechen. Hier ist tatsächlich nur von Fremdsprachen, die in dieser Welt existieren, die Rede (Apg 2, 5 – 11: Damals lebten in Jerusalem gottesfürchtige Juden aus vielen verschiedenen Ländern. Als sie das Brausen hörten, liefen sie herbei. Bestürzt hörte jeder von ihnen die Versammelten in seiner eigenen Sprache reden. Außer sich vor Staunen riefen sie: »Wie kann das sein? Diese Leute stammen alle aus Galiläa, und doch hören wir sie in den Sprachen der Länder sprechen, in denen wir geboren wurden! Da stehen wir - Parther, Meder, Elamiter, Leute aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien, Pontus, der Provinz Asien, Phrygien, Pamphylien, Ägypten und den Gebieten von Libyen aus der Gegend von Kyrene, Besucher aus Rom, Juden sowie zum Judentum Übergetretene, Kreter und Araber - und wir alle hören diese Leute in unseren eigenen Sprachen über die Taten Gottes reden.« ).


Darüber hinaus belegt die Bibel aber auch, dass das Beten in Sprachen auch in nicht in dieser Welt exisitierenden Sprachen geschehen kann. Ich möchte hier gerne einen kleinen “Grundabriss” über das Thema “Sprachengebet” generell geben, in dem diese Aussage auch belegt wird.


Das griechische Wort für Sprachengebet heißt “Glossolalie” und bedeutet soviel wie “Sprachen- oder Zungenrede”. Menschen, die mit der Zungenrede noch keine Erfahrung haben, verstehen diesen Begriff oft falsch und denken, dass ihre Zunge sich sozusagen “selbständig” macht und außer Kontrolle gerät, wenn sie sich auf die Gabe der Zungenrede einlassen würden. Aber das ist absolut nicht der Fall. Der Betende kann vollkommen selber bestimmen, ob er in Sprachen betet oder nicht, ebenso bestimmt er selbst, wann er damit beginnt und wann er wieder aufhört - genau wie bei einem Gebet in seiner natürlichen Sprache. Wenn jemand in Sprachen betet, bestimmt er also selbst den Anfang und das Ende des Sprachengebets (und völlig normal kann das Sprachengebet auch mit Gebet in der natürlichen Sprache kombiniert werden), aber er bestimmt nicht den Inhalt bzw. die Worte des Gebets. Hierin überlässt er sich dem Wirken des Heiligen Geistes, dem er erlaubt, seine Sprachwerkzeuge zu gebrauchen. Der Heilige Geist tritt nie gewaltsam in unser Leben ein, sondern er respektiert unsere Persönlichkeit und klopft sehr zart an, ob er willkommen ist. Alles, was zwanghaft geschieht, ist nicht das Wirken des Heiligen Geistes, sondern kann ganz unterschiedliche Gründe haben (z. B. psychische Gründe, aber auch andere).


Keinesfalls ist das Sprachengebet ein Stöhnen oder Lallen, wie Unkundige manchmal behaupten. Vielmehr ist es ein Reden in einer nicht erlernten Sprache, die dem Rhythmus und der Melodik einer Fremdsprache ähnelt. Auf Unvoreingenommene wirkt das Sprachengebet normalerweise wie eine ganz normale Fremdsprache.


In der Bibel wird das Sprachengebet vor allem bei Paulus erwähnt. Er spricht an sehr vielen Stellen über dieses Thema - was ein Hinweis darauf ist, wie wichtig diese Gabe Gott ist. Generell spricht Gott in der Bibel über die Dinge, die er für besonders wichtig hält, besonders viel - während er über Dinge, die nicht so entscheidend wichtig sind, nur wenig (oder sogar gar nicht) spricht. Es gibt Themen, die unter Christen einen hohen, manchmal beinahe „heilsnotwendigen“ Stellenwert erlangt haben, über die Gott aber in der Bibel kein einziges Wort verloren hat. Dies sollte uns zu denken geben und dazu bringen, die Wertung und Wertigkeit der Themen im Leben mit Jesus neu zu überdenken.

 

Das Sprachengebet ist unzweifelhaft ein Thema, dem Gott viel Aufmerksamkeit widmet. Deshalb sollten wir dies auch tun.

 

In 1 Kor 13, 1 nennt Paulus das Sprachengebet ein “Reden in Menschen- und Engelssprachen” (1 Kor 13, 1: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel.) - das ist einer der Hinweise darauf, dass es sich bei der Zungenrede nicht nur ausschließlich um eine auf der Welt existierende Sprache handeln muss. Es gibt himmlische Sprachen, die auf der Welt nicht verständlich sind - das erfahren wir u. a. in 2 Kor 12, 3 + 4. Dort heißt es: “Und ich kenne denselben Menschen - ob er im Leib oder außer dem Leib gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es -, der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann.” Daraus wird sehr deutlich, dass es auch Sprachen gibt, die Menschen auf natürliche Weise - also von sich und ihrem Verstand aus - nicht sprechen können. Wenn der Heilige Geist einem Menschen aber diese Worte in den Mund legt, dann können sie sie sprechen.


Paulus erklärt, wer in Sprachen betet, spricht im Geist zu Gott. Für alle anderen außer Gott - auch für sich selbst - spricht er Geheimnisse aus; niemand sonst versteht, was er sagt (1 Kor 14, 2). Man weiß also in der Regel auch selbst nicht, was man betet, wenn man in Sprachen betet - doch man darf dem Heiligen Geist vollkommen vertrauen, dass er einem die wirklich richtigen Worte gibt. Paulus gibt auch Anhaltspunkte über den Inhalt von Sprachengebet: In der Regel ist dieses Gebet ein Ausdruck des Dankens und Lobpreises Gott gegenüber. Deshalb kann es durchaus - wie z. B. ein Psalm - gesungen werden (1 Kor 14, 15 - 17). Man kann aber auch ein eigenes Thema auf dem Herzen haben und dann in Sprachen beten - z. B. in der Fürbitte, in der Anbetung, in einer Phase, in der man Gott fragt zu bestimmten Themen usw. usw. Es sind keine Grenzen gesetzt, wo die Bibel es “verbietet”, das Gebet in Sprachen einzusetzen. Ganz im Gegenteil - das gesamte Neue Testament ermutigt uns, diese Gabe oft und ausgiebig anzuwenden.


Wenn wir einmal die Bibel thematisch danach “untersuchen”, stellen wir schnell fest, dass Paulus das Sprachengebet sehr schätzte. Das lag zum einen daran, dass das Sprachengebet ein Charisma - also eine Gnadengabe des Heiligen Geistes - ist (1 Kor 12, 10). Wenn der Heilige Geist Menschen beschenkt, so ist das grundsätzlich etwas Positives. Darüber hinaus aber hat Paulus auch sehr gute Erfahrungen mit dieser Art des Betens gemacht. Er sagt, wer in Sprachen redet, erbaut sich selbst (1 Kor 14, 4). Das Sprachengebet tut ihm gut und stärkt ihn im Glauben. Und was für Paulus galt, gilt für alle Nachfolger Jesu durch alle Zeiten hinweg natürlich ebenso.


Und noch ein Argument bringt Paulus ein. In Römer 8, 26f schreibt er: “Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt.” Hier spricht er auch auf das Sprachengebet an, wenn er sagt “der Geist hilft unserer Schwachheit auf, denn wir wissen nicht, was wir beten sollen …”. Das ist eine Erfahrung, die wir alle kennen - oder? So oft weiß man schon nach wenigen Sätzen nicht mehr wirklich, was und wie man noch beten soll, ohne sich immer wieder im Kreis zu drehen und die Dinge nur ein wenig anders zu formulieren. Wenn wir uns aber dem Heiligen Geist ganz überlassen und ihm erlauben, uns die richtigen Worte des Gebets in den Mund zu legen, können wir plötzlich stundenlang beten, ohne überlegen zu müssen, wie wir es am besten ausdrücken können. Auf unserem Herzen liegt vielleicht ein Thema - Anbetung, Fürbitte oder was immer - und wir sprechen Worte, die wir nicht verstehen, und spüren gleichzeitig, dass unser Herz berührt und auf eine Art von der Last, die auf ihm liegt, befreit wird. Der Geist Gottes kennt uns gut - sehr viel besser sogar, als wir selber, und im Sprachengebet kann er sogar die Dinge unseres Herzens vor Gott bringen, die vor uns selbst noch verborgen sind. Ebenso sind wir in der Lage, genau die richtige Fürbitte für Leute zu tun, deren Not wir auch gar nicht oder nicht genau kennen.


Wer nun die Gabe des Sprachengebets praktiziert, hat keine besondere Auszeichnung von Gott bekommen, und wer es (noch) nicht tut, ist kein minderwertiger Christ. Jedoch steht das Sprachengebet jedem Christen zur Verfügung - wir brauchen es nur zu wollen (denn es liegt - wie bei allen anderen Dingen auch - in unserer eigenen Entscheidung, ob wir dieses Geschenk annehmen oder nicht). Gott schenkt seinen Kindern diese Gabe, um die persönliche Beziehungspflege mit ihm zu erleichtern und ihren Glauben zu stärken. Diese Gabe ist jedem Christen zu wünschen und kann von jedem erbeten werden.


Zum Schluss möchte ich noch “10 gute Gründe für das Sprechen in anderen Sprachen” nennen, die ein befreundeter Pastor einmal zusammengestellt hat.



10 gute Gründe für das Sprechen in anderen Sprachen


Vom Wesen her ist das Sprechen in anderen Sprachen ein Kennzeichen der neuen Schöpfung oder des Neuen Bundes, indem der Geist ausgegossen wird auf alles Fleisch - im Gegensatz zum Alten bund. Menschen sprechen inspiriert vom Heiligen Geist. Gott legt seine Worte in unser Herz und unseren Mund. Damit erfüllen sich alle Prophetien des Alten Testaments über den Neuen Bund, in welchem Gott sein Wort durch seinen Geist in unser Herz gibt. Und wovon das Herz voll ist, davon läuft der Mund über.

Grund 1

Apg 2, 16f = Joel 3, 1 – 5

Jes 44,3

1 Kor 14, 21 = Jes 28, 11.12

Also ist das Sprechen in anderen Sprachen (inspiriert vom Heiligen Geist) die Erfüllung der Verheißungen über die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. So begründet es Petrus in der Pfingstpredigt (Apg 2, 16f) und Paulus in 1 Kor 14, 21.


Grund 2

Joh 4, 23.24

2 Kor 3, 3.4

Gott möchte angebetet werden im Geist. Der Diesnt des Neues Bundes ist in seiner Gesamtheit ein Dienst des Geistes, der lebendig macht.


Grund 3

Mk 16, 14

Jesus erwartet es von uns. In Markus 16, 17 sagt er: “Die Zeichen aber, die denen folgen werden, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden …”


Grund 4

1 Kor 14, 4

Judas 20

Es erbaut uns. Viele sagen, es brächte ihnen nichts, in anderen Sprachen zu sprechen, und sie tun es nicht, obwohl sie es können. Nicht unsere Seele (Denken, Fühlen, Wollen), sondern unser Geist, unser Herz, wird erbaut. Unser Verstand kann damit nichts anfangen, aber unser Herz sehr wohl.


Grund 5

Röm 8, 26.27

Wir können in einer vollkommenen Weise beten, die rein ist und sowohl dem Willen Gottes als auch unserem Herzen (innersten Verlagen) entspricht.

Grund 6

Jak 3, 2 – 12

Die Hingabe unserer Zunge, die schwerer zu bändigen ist, als jedes andere Teil unseres Körpers, ist ein großer Schritt in die Richtung, uns ganz Gott auszuliefern.


Grund 7

Röm 8, 26

Apg 10, 26

1 Kor 14,2Eph 6, 18

Wir bleiben uns der Gegenwart Gottes besser bewusst, leben mehr in der geistlichen Realität, was unseren Glauben und unsere Gemeinschaft mit Gott stärkt.


Grund 9

1 Kor 12, 4 = 14, 26

1 Pt 4, 10Wie auch die anderen Gnadengaben des Geistes ist die Sprachenrede Gottes “Gnade in Aktion”, was für die Erbauung der Gemeinde ein unverzichtbarer Dienst ist. Sprachenrede mit Auslegung ist ein Dienst.


Grund 10

Apg 4, 24

Apg 19, 6

Röm 15, 5 – 6

Es gibt weniges, das wir wirklich in totaler Einheit gemeinsam tun können. Wenn wir gemeinsam in Sprachen singen, werden wir “ein Herz und ein Mund, ein Sinn und ein Verlangen”. Es gibt dem Heiligen Geist Raum und lässt seine Kraft frei werden, um zu wirken. Meistens treten die anderen Geistesgaben erst in einer solch geistlichen Atmosphäre auf.

 

 

 

 

 

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Der Heilige Geist - die dritte Person Gottes


Wenn Christen von Gott sprechen, meinen sie im Allgemeinen den dreieinigen Gott, bestehend aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Doch die dritte Person Gottes wird sehr oft ziemlich „stiefmütterlich“ behandelt und gar nicht richtig wahr- oder ernst genommen.

 

Dabei ist es gerade diese Person der dreieinigen Gottheit, die in uns Menschen Wohnung bezieht, wenn wir uns bekehrt, also unser Leben in Gottes Hände gelegt haben (vgl. 2Tim 1,14 Dieses kostbare Gut, das dir anvertraut ist, bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt).

 

 

Der dreieinige Gott

 

Die Bibel stellt uns Gott als den „dreieinigen Gott“ vor – und viele Menschen (Christen eingeschlossen) haben Probleme damit, sich dies wirklich vorzustellen. Wie kann das gehen – ein Gott und doch drei Personen? Deshalb gibt es auch manche – zum Teil recht abenteuerliche – Vorstellungen davon, wie diese Dreieinigkeit aussehen könnte. Die am weitesten verbreitete Erklärung ist wohl die, dass Gott eine einzige – also einzelne - Person ist, die drei unterschiedliche Wesenszüge hat.

 

Wenn man darüber aber genauer nachforscht, kommt man mehr und mehr zu der Überzeugung, dass dies nicht den Tatsachen entspricht. Dagegen würde schon sprechen, dass Gott von Anfang an sehr viel Wert auf Beziehung gelegt hat und allen seinen geschaffenen Wesen diese Sehnsucht nach Beziehung ins Herz gelegt hat. Eine einzelne Person jedoch hat keine Beziehung – selbst, wenn sie unterschiedliche Wesenszüge in sich trägt. Da Gott ohne Anfang und ohne Ende ist, hat er schon sehr lange existiert, bevor er die Welt und die Menschen erschaffen hat, und selbst die Himmelswesen (Engel, von denen später einige sich von Gott abgewandt haben (gefallen sind – der erste war Luzifer)) von ihm geschaffen wurden, also auch nicht von Anfang an existiert haben, wäre Gott als einzelne Person über eine lange Zeit komplett alleine gewesen – einsam.

 

Gott von Anfang an brauchte und hatte also ein Gegenüber „auf Augenhöhe“. Dies letztlich ist sogar der entscheidende Unterschied des christlichen Glaubens zum Islam, wo großer Wert darauf gelegt wird, dass Gott (Allah, der freilich nicht mit dem biblischen Gott gleichzusetzen ist) keinen Sohn hat.

 

Doch der wahre und einzige Gott hat einen Sohn – und er hat ein weiteres Gegenüber: den Heiligen Geist. Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist sind drei eigenständige Personen. Vollständige Personen, nicht nur Wesensarten. Dreieinig sind sie trotzdem – nämlich in ihrem Willen vollkommen in Einheit verbunden. Es gibt keinen Unterschied in ihrem Willen, in ihren Entscheidungen usw. Jesus (also Gott, der Sohn) diskutiert nicht mit Gott, dem Vater, aus, ob dies oder jenes richtig oder falsch war oder man es evtl. doch hätte anders machen können J. Nein, alle drei Personen sind sich vollkommen einig. Und das nicht erzwungenermaßen - also in einer Art Hierarchie, dass einer entscheidet und die anderen sich mehr oder weniger zähneknirschend seinem Willen beugen, sondern wirklich einig. Sie denken und fühlen exakt dasselbe. Drei Personen und doch eins – der dreieinige Gott.

 

 

Der Heilige Geist ist eine Person

 

Zuerst einmal müssen wir uns bewusst machen, dass der Heilige Geist tatsächlich ebenso eine Person ist wie Gott, der Vater, und Gott, der Sohn. Sein Name verleitet uns gerne dazu, uns etwas „Gespensterhaftes“, nicht wirklich Greifbares, vorzustellen. Doch diese Vorstellung ist geprägt von dem, was die Menschen viel später in Erzählungen, Märchen usw. erfunden haben. Dort sind Gespenster irgendwelche gardinenartigen Wesen, die durch die Luft schweben und – je nach Wesensart – die Menschen erschrecken oder belustigen. Diese Wesen werden in Geschichten auch als Geister bezeichnet – und so sind wir zu unserer Vorstellung von Geistern jeder Art gekommen.

 

Die real existierenden Geister in der unsichtbaren Welt, von der die Bibel an vielen Stellen berichtet, sind jedoch keine schwebenden Gardinen, sondern allesamt Personen – das gilt für die Dämonen, also die bösen Geister, ebenso wie für den Heiligen Geist. Sie alle haben eine eigene Persönlichkeit, Gefühle, einen Willen, eine Intelligenz und sind handlungsfähig.  

 

Der Heilige Geist wird im griechischen Urtext der Bibel – der Sprache, in der das Neue Testament ursprünglich geschrieben wurde, weil Griechisch in der damaligen Zeit die „Weltsprache“ war, die jeder sprach und verstand – als „Paraklet“ bezeichnet; das bedeutet übersetzt: der Beistand, der Fürsprecher, der Tröster. Deshalb wird der Heilige Geist auch zu Recht als unser „Anwalt“ bezeichnet – was sehr anschaulich in Röm 8,26 beschreiben wird: „Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.“

 

Der Heilige Geist vertritt uns mit „unaussprechlichem Seufzen“ – anders ausgedrückt: Er tritt vor Gott, dem Vater – aber auch dem gerechten Richter – für uns ein. Und das nicht nur, weil es seine Aufgabe ist (so wie bei einem Strafverteidiger, der dafür bezahlt wird), sondern weil er uns liebt. Liebe tritt immer für den Geliebten ein, Liebe findet immer noch etwas Gutes an einer Person, auch wenn sie sich in vielen Punkten falsch verhält; sogar, wenn sie schlimme Straftaten verübt hat.

 

Gott liebt jeden Menschen (Joh 3,16: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben); gleichzeitig ist er der gerechte Richter:

 

·     1Mo 18,25: Das sei ferne von dir, dass du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, sodass der Gerechte wäre gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir! Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht richten?

 

·     Ps 7,12: Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der täglich strafen kann.

·     Jer 11,20: Aber du, HERR Zebaoth, du gerechter Richter, der du Nieren und Herzen prüfst, lass mich sehen, wie du ihnen vergiltst; denn ich habe dir meine Sache befohlen.

 

·     2Tim 4,8: hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben.

 

Der gerechte Richter nun kann – im Gegensatz zu menschlichen Richtern – nicht anders als gerecht richten. Wobei die Gerechtigkeit Gottes teilweise auch mit anderen Maßstäben gemessen wird als irdische Gerechtigkeit, doch das ist ein anderes Thema. Nach der absoluten Gerechtigkeit Gottes ist jeder Mensch schuldig vor ihm – ohne Ausnahme. Damit Menschen trotzdem mit Gott versöhnt werden können, kam die zweite Person Gottes – Jesus Christus, der Sohn – als Mensch in diese Welt.

 

Welche Aufgabe hat nun der Heilige Geist? Diese dritte Person Gottes ist zum Einen die Person Gottes, die in einem Menschen Wohnung bezieht. Der Mensch besteht aus Körper, Seele und Geist – und der menschliche Geist kommuniziert mit dem Heiligen Geist.

 

Der Heilige Geist ist auch die Person, die unsere Anliegen vor Gott bringt. Wenn wir beten, wissen wir so oft nicht, wie wir richtig beten sollen. Doch der Heilige Geist kennt unser Herz und „übersetzt“ unsere Anliegen für Gott.

 

Doch er tut noch viel mehr für uns. Der Heilige Geist ist die Person Gottes, die uns mit Gaben beschenkt. Die Bibel kennt viele Geistesgaben, besonders der 1. Korintherbrief ist voll davon.

 

Die erste Gabe, die der Heilige Geist Menschen gab, war die Gabe des Zungenredens – auch Sprachengebet genannt. Kurz vor seiner Himmelfahrt gab Jesus seinen Jüngern den Trost: „ aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird …“ (Apg 1,8). Bisher war der Heilige Geist auf der Erde noch nicht in Erscheinung getreten, obwohl er – ebenso wie Gott, der Vater, und Gott, der Sohn – ohne Anfang war und seit allen Zeiten existiert hatte. Nun war die Zeit gekommen, dass Jesus wieder in den Himmel zurückging, wo auch er seit allen Zeiten gewohnt hatte, bevor er als Mensch auf die Erde kam. Doch die Menschen sollten nicht mehr ohne Gottes direkte Nähe auf der Erde leben müssen. Deshalb wurde einige Tage später der Heilige Geist ausgegossen. (Apg 2). Wir nennen dies heute Pfingsten.

 

Der Heilige Geist kam mit einem Brausen vom Himmel und erfüllte das ganze Haus, in dem die verängstigten Jünger beieinander saßen. „Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist es ihnen gab auszusprechen“ (Apg 2, 3.4).

 

Die Menschen rund um sie herum konnten das erst nicht begreifen und dachten, die Jünger seien betrunken. Petrus musste dies dann aufklären (Apg 2, 14ff).

 

Nun war der Heilige Geist ausgegossen auf die Menschen – zuerst auf die direkten Jünger Jesu, doch nach wie vor wird er weiterhin auf alle Menschen ausgegossen, die ihr Leben Jesus übergeben.

 

Jeder Christ hat also den Heiligen Geist in sich, denn mit der Bekehrung zieht er in den Menschen ein. Unser Körper wird auch als „Tempel des Heiligen Geistes“ (1Kor 6,19) bezeichnet, mit dem wir entsprechend umgehen sollen.

 

 

Die Gaben des Geistes

 

Die Bibel berichtet uns davon, dass der Heilige Geist uns mit Gaben beschenkt. Die erste schon erwähnte Gabe ist die Zungenrede. Diese wird in der Bibel als die „geringste Gabe“ bezeichnet – womit freilich nicht gemeint ist, dass diese Gabe nichts wert ist (wie könnte man das überhaupt jemals von einer Gabe des Heiligen Geistes behaupten?), sondern dass sie die „kleinste“ Gabe ist, die jedem Christen zur Verfügung steht.

 

Es gibt viele unterschiedliche Geistesgaben, von denen nicht jeder Christ jede Gabe hat, doch die Zungenrede ist eine Gabe, die jedem Christen zur Verfügung steht. Sie ist das Zeichen des Heiligen Geistes (vgl. Apg 19,1 – 6). Als Paulus den neubekehrten Christen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen (Sprachen) und weissagten. Wer also mit dem Heiligen Geist getauft ist, dem folgt das Zeichen der Sprachenrede ganz automatisch.

 

Es gibt weitere Gaben des Heiligen Geistes, die nicht unbedingt jedem Christen zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Manche Gaben bleiben ein Leben lang bei einem Menschen, manche werden ihm zu einem bestimmten Zweck für eine bestimmte Zeit anvertraut. Doch jeder Christ hat Gaben, die ihm der Heilige Geist geschenkt hat.

 

So gibt es die Gabe der Prophetie (Weissagung), die Gabe der Krankenheilung, die Gabe des Gebetes (hier ist eine besondere Ausdauer im Gebet gemeint – denn „normal“ beten kann und sollte jeder Christ), die Gabe des Dienens, die Gabe der Auslegung von Sprachengebet, die Gabe der Geisterunterscheidung und viele mehr.

 

Alle diese Gaben kommen von Gott, dem Heiligen Geist. Und alle diese Gaben stehen uns auch heute noch zur Verfügung. Wir können Gott bitten, uns eine bestimmte Gabe zu schenken – noch besser fragen wir ihn selbst, welche Gabe er für uns hat und uns schenken will.

 

Wir können als Christen anderen Christen die Hände auflegen und sie damit zeichenhaft im Heiligen Geist taufen. Zeichenhaft deshalb, weil natürlich nicht wir jemanden taufen, sondern Gott selbst dies tut. Doch auch hier ist es für viele Menschen hilfreich, ein sicht- und spürbares Zeichen zu haben – eben die Handauflegung. Das direkt folgende geistliche Zeichen ist dann, dass der im Geist getaufte Mensch ab sofort in der Lage ist, in einer ihm unbekannten Sprache zu reden – einer menschlichen oder einer himmlischen Sprache.

 

Wenn die Bibel in Rö 8, 26 sagt, dass wir nicht wissen, wie wir beten sollen, aber der Geist unserer Schwachheit aufhilft, ist damit genau dies gemeint. Wohl jeder von uns kennt die Situation, in der man beten möchte – sei es in der Anbetung, in der Fürbitte oder jeder anderen Art von Gebet – und nach wenigen Sätzen im Grunde am Ende ist, weil man eben nicht weiß, was man eigentlich beten soll. Man dreht sich im Kreis, wiederholt seine Worte und Anliegen in verschiedener Weise – aber letztlich bleibt es bei zwei, drei Grundgedanken.

 

Der Heilige Geist aber weiß, was zu jedem Zeitpunkt und bei jedem Anliegen das richtige Gebet ist. Wenn wir uns ihm überlassen und dann in Sprachen zu beten beginnen, können wir oft eine Stunde oder länger problemlos „reden“, also beten, ohne nicht mehr weiterzuwissen. Das Geheimnis darin liegt natürlich darin, dass wir nicht mehr selbst unseren begrenzten Verstand einsetzen müssen, um unser Anliegen oder unsere Anbetung in passende Worte zu formen, sondern dass der Heilige Geist in, durch und mit uns betet. Dies zu erfahren, ist eine unendliche Befreiung!

 

Zusammenfassend kann man also sagen: Der Heilige Geist ist eine eigenständige Person mit einer Persönlichkeit, Gefühlen, Intelligenz und Handlungsfähigkeit, der in seinem Willen, in seinen Gedanken und Gefühlen vollkommen eins ist mit den beiden anderen Personen der Gottheit – dem Vater und dem Sohn.

 

Der Heilige Geist ist der Tröster, der uns sanft berührt und uns vor Gott, dem gerechten Richter, vertritt als Anwalt.

 

Der Heilige Geist lebt in dem Menschen, der sein Leben Gott zur Verfügung gestellt hat, und leitet diesen Menschen ganz persönlich.

 

Der Heilige Geist beschenkt Menschen mit Gaben, die dazu da sind, den Menschen und/oder andere Menschen aufzuerbauen, zu helfen, zu heilen.

 

Der Heilige Geist ist real und lebendig und spricht heute jeden Tag zu uns – durch unsere Herzen, auch durch unseren Verstand. Wer lernt, seine Stimme aus vielen anderen Stimmen in uns drin herauszuhören, wird eine ganz neue Qualität geistlichen Lebens im ganz normalen Alltag kennen lernen (vgl. dazu auch den Artikel: „Dialog mit Gott“).

 

 

© Lisa Holtzheimer

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Judas


Frage: War es nicht Gottes Absicht, dass Judas mit seinem Verrat alles ins Rollen brachte?

 

 



 

Antwort:


Ich vermute jetzt einmal, dass die “Frage hinter deiner Frage” die ist, warum Judas dann verworfen wurde (Matthäus 26, 24 b: „Wehe aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen überliefert wird! Es wäre jenem Menschen gut, wenn er nicht geboren wäre.“). Wenn die Bibel hier sagt, es wäre besser für den Menschen, der Jesus verraten hat, er wäre gar nicht erst geboren, dann steckt darin in der Tat eine beängstigende Aussage für eben diesen Menschen - also Judas. Denn das kann nur heißen, dass er die Ewigkeit eines Tages nicht im Himmel, sondern in der Hölle verbringen wird. Wegen ein paar Jahren Leben hier auf der Erde würde Jesus eine solch dramatische Aussage nicht treffen.

 

Judas ist also auf dem Weg in die ewige Gottesferne. Und das erscheint auf den ersten Blick wirklich ungerecht zu sein. Denn - wie du ganz richtig erkannt hast - es musste durchaus jemand Jesus verraten an die Römer, also die Besatzungsmacht Israels der damaligen Zeit. Das war “geplant” und aus dieser Sicht hat Judas nichts anderes getan, als Gottes Willen erfüllt - man könnte auch sagen, er tat das, was für ihn von vornherein vorgesehen war. Das wird auch dadurch deutlich, dass Jesus während des sogenannten letzten Abendmahls nicht nur vorhersagt, dass ihn jemand verraten wird (Markus 14, 20: „Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir das Brot in die Schüssel eintaucht“),  sondern auch, wer das sein wird (Matthäus 26, 25: „Judas aber, der ihn überlieferte, antwortete und sprach: Ich bin es doch nicht, Rabbi? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt“).    

Warum also droht Judas trotzdem die „ewige Strafe“? Diese Konsequenz hat ihren Grund nicht darin, dass er Jesus verraten hat. Das haben auch andere Jünger vorher und hinterher getan (vgl. z. B. Johannes 18, 12 - 27 - hier verleugnet Petrus dreimal, dass er Jesus jemals begegnet sei - das ist auch ein Verrat). Wenn also alleine der Verrat diese ewige und schreckliche Konsequenz für einen Jünger Jesu hätte, dann gäbe es weder für die ersten Jünger, die damals mit Jesus drei Jahre lang unterwegs waren, noch für seine Jünger danach bis in unsere Tage (also uns) eine Chance auf die Ewigkeit bei Gott. Denn die Bibel sagt uns an vielen Stellen sehr deutlich, dass schon viel kleinere Vergehen uns von Gott trennen.         

Wo liegt nun der wahre Grund für Jesu Aussage, dass der Mensch, der ihn verrät, besser gar nicht erst geboren wäre? Hier müssen wir ein geistliches Prinzip ansetzen, das heute noch genauso gilt wie zur Zeit des Neuen Testamentes. Ganz klar - denn Gott ändert sich nicht und die geistlichen Gesetzmäßigkeiten ändern sich auch nicht.

Judas hat Jesus verraten - das war, obwohl es geschehen musste, eine klare Sünde. Wenn wir heute als Christen, die Jesus kennen, unseren Herrn verleugnen, ist das genau so eine Sünde. Und was tut Sünde? Sünde trennt von Gott. Dabei kommt es gar nicht auf die „Art“ der Sünde, besser gesagt, des Vergehens, an. Jede Sünde - ob riesengroß oder winzig klein - trennt auf ewig und für alle Zeiten von Gott. Da gibt es keine Ausnahme.


Damit aber wir Menschen trotzdem eine Chance haben, die Ewigkeit mit Gott in seiner ewigen Herrlichkeit verbringen zu können, hat Gott eine Lösung geschaffen - Jesu Tod am Kreuz. Damit ist die Trennung von Gott aufgehoben und alle Menschen haben die Möglichkeit, direkt zu Gott zu kommen. Niemand muss also mehr auf ewig von Gott getrennt bleiben. Es gibt nur eine einzige Voraussetzung dafür. Wir müssen unser Leben Jesus anvertrauen, unsere Sünden bekennen und Vergebung empfangen.     

Genau an diesem Punkt ist Judas stehen geblieben. Nachdem Jesus von den Soldaten gefangen genommen worden war, ist Judas wieder „zu sich gekommen“. Und sehr schnell wurde ihm klar, dass er so richtig Mist gebaut hatte. War er nicht drei Jahre lang mit Jesus durch die Lande gezogen, hatte von ihm unendlich viel gelernt und seine Liebe erfahren? Gehörte er nicht zum engsten Freundeskreis des Meisters? Und plötzlich ließ er sich mit ein paar Silberstücken bestechen, diesen Freund und Meister zu verraten. Was war nur in ihn gefahren?? Matthäus 27, 3 - 4: „Als nun Judas, der ihn überliefert hatte, sah, dass er verurteilt wurde, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück und sagte: Ich habe gesündigt, denn ich habe schuldloses Blut überliefert. Sie aber sagten: Was geht das uns an? Sieh du zu!“        

Als er nun auch noch merkte, dass die, die ihn geködert hatten, ihn fallen ließen wie eine heiße Kartoffel, nachdem sie das hatten, was sie wollten (= Jesus), war Judas „fertig mit der Welt“. Matthäus 27, 5: „Und er warf die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon und ging hin und erhängte sich.“ 

Nun war er also tot. Und leider hatte er etwas Wichtiges vergessen. Er hat zwar denen, für die er Jesus verraten hatte, gesagt, dass er einen Fehler gemacht hat. Doch das Wichtigere hat er nicht getan. Er hat seine Schuld nicht vor Gott bekannt und sich Vergebung geholt. Das, was hier jetzt ein wenig platt klingt, ist genau der Knackpunkt der Geschichte. Judas hat seine Sünde nicht vor Gott bekannt und sie wurde ihm deshalb nicht vergeben.

Der „Fehler“ lag also nicht bei Gott, sondern bei Judas. Gott in seiner Güte, Liebe und Gnade hätte ihm vergeben - so wie er jedem Menschen vergibt, der seine Sünden bekennt, von ganzem Herzen bereut und ihn um Vergebung bittet. Aber Vergebung ist kein Automatismus - das Bekennen und Bereuen gehört dazu. Gott sieht die Sünde und den Sünder - und er wartet nur darauf, vergeben zu können. Doch die geistlichen Gesetzmäßigkeiten brauchen die Aktion des Menschen - das Bekennen und Bitten um Vergebung. Darauf folgt Gottes Reaktion - die Vergebung - nur zu gerne.

 

 

 

© Lisa Holtzheimer

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Gedanken zu Weihnachten

Es begab sich aber in jenen Tagen, dass ein Befehl ausging von dem Kaiser Augustus, dass der ganze Erdkreis sich erfassen lassen sollte. Diese Erfassung war die erste und geschah, als Kyrenius Statthalter in Syrien war. Und es zogen alle aus, um sich erfassen zu lassen, jeder in seine eigene Stadt. Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war, um sich erfassen zu lassen mit Maria, seiner ihm angetrauten Frau, die schwanger war. Es geschah aber, während sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in die Krippe, weil für sie kein Raum war in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Feld, die bewachten ihre Herde in der Nacht. Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. Denn euch ist heute in der Stadt Davids der Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr. Und das sei für euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt, in der Krippe liegend. Und plötzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Herrlichkeit ist bei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und unter den Menschen Gottes Wohlgefallen!

Und es geschah, als die Engel von ihnen weg in den Himmel zurückgekehrt waren, da sprachen die Hirten zueinander: Lasst uns doch bis nach Bethlehem gehen und die Sache sehen, die geschehen ist, die der Herr uns verkündet hat! Und sie gingen eilends und fanden Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Nachdem sie es aber gesehen hatten, machten sie überall das Wort bekannt, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um und priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

Lukas 2,  - 20

 

Diese sogenannte Weihnachtsgeschichte kennen wir alle. Wir hören oder lesen sie wohl jedes Jahr auf irgendeine Weise. Der Text ist uns so vertraut, gehört so sehr zu Weihnachten dazu, dass man ihn sich nur schwer aus diesen Tagen wegdenken kann. Und das ist ja auch gut so, denn hier lesen wir (wieder), warum wir eigentlich Weihnachten feiern.

Aber in dem Vertrauten liegt auch eine Gefahr. Alles, was wir schon so gut kennen, hören oder lesen wir nur noch mit halbem Herzen. Es gibt ja nichts Neues darin – jedes Jahr dasselbe. Oder?? Möglicherweise geht euch das anders – aber ich muss jedenfalls zugeben, dass es mir oft so geht, und das trifft auch auf diesen Text zu.

Deshalb möchte ich euch zu Weihnachten ein paar Gedanken weitergeben, die ich mir um genau diese vielleicht bekannteste Geschichte aus der Bibel gemacht habe.

In Gedanken können wir uns mal in die Situation der Hirten vor knapp 2000 Jahren versetzen. Die hockten auf einem Feld – mitten in der Nacht. Wahrscheinlich war es ziemlich kalt, und vor allem war es – wie in jeder Nacht – ziemlich gefährlich. Wilde Tiere waren auf der Suche nach einem späten Abendessen – oder frühen Frühstück, ganz wie man’s nimmt. Frisches Lamm war ein begehrtes Mahl auf ihrem Speiseplan.

Die Aufgabe der Hirten bestand nachts vor allem darin, das Wildtier-Restaurant geschlossen zu halten. Keine ganz so einfache Aufgabe … Aber eben auch Routine. Jede Nacht dasselbe. Nichts Neues unter der Sonne … pardon, unter dem Mond.

Und dann – plötzlich und ohne Vorwarnung – wird es taghell, besser gesagt noch viel heller, gleißend hell – aber trotzdem nicht unangenehm. Gleichzeitig taucht da eine Gestalt wie aus dem Nichts auf und spricht die Hirten an, während im Hintergrund ein Chor zu singen beginnt.

Wir kennen die Begebenheit heute aus der Perspektive des Rückblicks. Die Hirten damals aber erlebten all dies hautnah und ohne „Vorwarnung“. In der biblischen Überlieferung lesen wir in wenigen Sätzen, die ganz sachlich und „cool“ klingen, dass der Engel des Herrn zu den Hirten trat, mit ihnen sprach und die „Menge der himmlischen Heerscharen“ (also zahllose weitere Engel) am Himmel erschienen.

Könnt ihr euch vorstellen, wie die Hirten sich erschrocken haben? Sie werden ganz schön verwirrt gewesen sein. Es war noch nicht die Zeit für die Dämmerung – außerdem kam die langsamer und zudem normalerweise ohne musikalische Begleitung. Und wer war der Typ, der da plötzlich merkwürdige Dinge zu ihnen sagte? Die meisten von ihnen werden vom „Engel des Herrn“ vorher noch nicht viel gehört haben. Die Hirten waren einfache Leute – Juden zwar, wie beinahe jeder in Israel, und dazu gehörte auch der Glaube an Gott, aber mit den tieferen religiösen Dingen befassen sich normalerweise nur die Gelehrten.

„Euch ist heute der Retter geboren!?“ Israel wartete auf den Messias, den Retter – ohne Frage. Und möglicherweise war diese Erwartung durchaus auch das eine oder andere Mal Gesprächsthema bei den Hirten, die nachts beieinander am Feuer saßen und ihre Herden bewachten. Doch niemand in Israel erwartete einen neugeborenen Säugling als den Messias. Jeder dachte an einen mächtigen König, einen Herrscher, der das Volk Israel von seinen Feinden, von seiner Unterdrückung, befreien würde und triumphierend alle feindlichen Völker ringsumher dem Erdboden gleichmachen würde. Ein hilfloses kleines Baby passte so gar nicht in diese Vorstellung.

Ein mächtiger König war aber derzeit weit und breit nicht in Aussicht, und deshalb rechnete wohl auch kaum jemand damit, dass in dieser Nacht irgendetwas Außergewöhnliches geschehen könnte. Schon gar nicht mit himmlischen Heerscharen, die lautstark die Stille der Nacht durchbrachen.

Also nichts mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ … Still war diese Nacht ganz bestimmt nicht. Heilig war sie sicher schon – aber wohl auch ganz anders, als wir es uns heute vorstellen. Die Geburt eines Kindes hat so gar nichts an sich von dem, was wir im Allgemeinen unter „heilig“ verstehen. Schmerzen, Blut, ein hilfloser Ehemann  - und das alles nicht etwa in einem modernen, sterilen Kreißsaal mit ausgebildeten Fachärzten und Hebammen, sondern in einem Kuhstall. Kaum vorstellbar für uns – oder!?

Weder Maria noch Josef werden also irgendwelche „heiligen“ Gefühle gehabt haben in dieser Nacht. Und doch wussten sie mehr als jeder andere, was hier in Wirklichkeit abging. Denn das Kind, das hier gerade geboren wurde, war tatsächlich heilig. Heilig deshalb, weil es Gottes Sohn war. Heilig deshalb, weil es von Anfang an bis zum letzten Moment seines Lebens auf der Erde ganz und gar eins war mit Gott, seinem Vater im Himmel. Eins sein mit dem Vater im Himmel bedeutet, völlig einer Meinung zu sein mit ihm. Hundertprozentig. Ohne Ausnahme. Heilig deshalb, weil dieses Kind ebenso von Anfang an bis zu seinem Tod am Kreuz etwa 33 Jahre später völlig und komplett ohne jede Schuld gegenüber Gott war. Heilig deshalb, weil es ganz und gar mit Gottes Willen übereinstimmte – und deshalb vollkommen eins war mit Gott, dem Vater.

Das ist Heiligkeit. Nicht das, was die menschliche Tradition in langen Jahrhunderten daraus gemacht hat. Möglichst still, möglichst sanft, möglichst unauffällig – das ist das, was viele Menschen heute als heilig bezeichnen. Aber so war Jesus nicht. Weder bei seiner Geburt noch im Laufe seines irdischen Lebens. Und so ist er heute noch nicht.

Doch gehen wir noch einmal zurück zu den Hirten auf dem Feld. Da war diese Gestalt, die sie mitten in der Nacht ansprach. Was war das genau, was sie ihnen sagte?

Fürchtet euch nicht!
Denn siehe, ich verkündige euch
große Freude, die für das ganze Volk
sein wird. Denn euch ist heute der Retter geboren,
der ist Christus, der Herr,
in Davids Stadt.

Zuerst einmal ist der Engel des Herrn, als den wir die unbekannte Gestalt ja aus der schon erwähnten Rückblickperspektive kennen gelernt haben, auf die ganz menschlichen und überhaupt nicht heiligen Gefühle der Hirten eingegangen. „Fürchtet euch nicht!“ war das erste, was er zu ihnen sagte.

Hirten waren ganz bestimmt keine Angsthasen – das ließ ihr Job überhaupt nicht zu. Und doch erfahren wir nur einen Satz vorher, dass sie sich „sehr fürchteten“. Keine heilige Ehr¬furcht, sondern ganz menschliche blanke Angst. Vor wilden Tieren hatten sie keine Angst, mit denen hatten sie gelernt umzugehen. Mit Gestalten, die mitten in der Nacht aus dem Nichts heraus auftauchten, die ganze Umgebung in gleißendes Licht tauchten und einfach aus dem Himmel heraus mühelos direkt auf die Erde traten, nicht. Vielleicht hatte der eine oder andere Hirte irgendwann einmal in der Synagoge vom „Engel des Herrn“ gehört – begegnet aber waren sie ihm noch nie.

Und der Engel wusste das. Vermutlich war es auch nicht schwer zu erkennen in ihren entsetzten Gesichtern. Aber der Engel machte ihnen keinerlei Vorwürfe. Vielleicht hätten wir jetzt insgeheim erwartet, dass er sie zurechtweisen würde. Schließlich kam er direkt von Gott, da konnte man schon etwas mehr Ehrfurcht erwarten … Nein. Er spricht sie freundlich an und erklärt ihnen, dass sie keine Angst haben müssen. Dann, als sie sich beruhigt haben, fährt er fort.

„Ich verkündige euch große Freude!“

Nun war auch das letzte Fünkchen Angst verschwunden, denn vor einem Freudenboten muss man sich nicht fürchten. Der Engel fügte hinzu: „Diese Freude wird für das ganze Volk sein. Denn heute ist der Retter geboren – Christus, der Herr!“

Wie verwirrend muss trotz allem auch diese Aussage für die Hirten gewesen sein! Der Retter – der Messias – gerade erst geboren?? Kein König, der im Triumphzug ein¬marschiert? Dies warf alle ihre Vorstellungen und Erwartungen über den Haufen. Doch was taten sie dann?

Und es geschah, als die Engel von ihnen weg in den Himmel zurückgekehrt waren, da sprachen die Hirten zueinander: Lasst uns doch bis nach Bethlehem gehen und die Sache sehen, die geschehen ist, die der Herr uns verkündet hat! Und sie gingen eilends und fanden Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend.

Sie gingen nach Bethlehem. Das heißt, sie ließen ihre Herden allein zurück – vielleicht noch unter der Aufsicht eines einzigen Wächters, aber der hätte im Ernstfall alleine gegen ein wildes Tier nicht viel ausrichten können. Dass die Hirten dies taten, zeugt davon, dass sie zutiefst davon überzeugt waren, dass das, was sie gerade eben gehört hatten, die volle und ganze Wahrheit war. Andernfalls hätten sie sich wieder an ihr Lagerfeuer gesetzt und sicherlich den Rest der Nacht über die merkwürdige Begebenheit diskutiert – niemals aber hätten sie ihre Tiere alleine gelassen und wären mitten in der Nacht vom Feld einen längeren Weg in die Stadt hinein gegangen, um nach etwas zu suchen, das sie von vornherein nicht geglaubt hatten.

Vielleicht aber haben auch die Hirten sich damals schon die Frage gestellt, die auch heute noch viele Menschen haben: Wovon eigentlich soll uns Christus retten? Spätestens beim Anblick des wenige Stunden alten Babys war den Hirten restlos klar, dass sie sich von ihrer Erwartung an einen mächtigen und triumphierenden König als Messias verab¬schieden mussten. Die Rettung, die sie zusammen mit dem ganzen Volk Israel erwartet hatten, würde in der Form nicht stattfinden.

Aber wovor – und vor allem wie – sollte denn ein Säugling eine ganze Nation retten? Wie konnte das möglich sein?

Wenn sie an Jesus – dem neugeborenen Kind – drangeblieben sind, werden sie es ver¬folgt haben und einige von ihnen haben vielleicht auch noch seine Kreuzigung mit¬bekommen. Und die Auferstehung drei Tage später. Und vielleicht haben sie verstanden, dass Weihnachten und Ostern zusammengehören. Untrennbar. Ohne Karfreitag und Ostern wäre Weihnachten sinnlos.

Denn dieses Kind, das die Hirten nun in der Nacht seiner Geburt besuchten, war kein gewöhnliches Kind. Es war der Sohn Gottes, der Heiland, der Christus – der Retter. 30 Jahre später begann sein öffentlicher Dienst. Er zog durch Israel und erzählte den Menschen von seinem Vater im Himmel.

Und weitere drei Jahre später erfüllte sich dann seine Bestimmung. Indem er – der einzige jemals lebende Mensch ohne jede Sünde – die Schuld, die jeden Menschen von Gott trennt, auf sich genommen hat und sich ans Kreuz schlagen ließ, um für meine und deine Schuld zu bezahlen, vollendete er seine Aufgabe als Retter.

Jesus rettet uns davor, die Ewigkeit getrennt von Gott verbringen zu müssen. Unsere Seele ist unsterblich, und wenn der Körper stirbt, bleibt unser Bewusstsein – unsere Seele – erhalten. Und sie muss für alle Ewigkeit irgendwo weiterleben. Weil Gott heilig – wirklich heilig – ist, kann keine menschliche Seele in seiner Gegenwart sein, denn kein einziger Mensch auf dieser Erde kann völlig, komplett und vollkommen ohne Sünde sein.

Doch weil Jesus an unserer Stelle unsere Schuld schon bezahlt hat, sind wir in Gottes Augen vollkommen. Die Rechnung ist bezahlt, der Schuldschein zerrissen. Unter einer Voraussetzung: wir müssen Jesus erlauben, das für uns ganz persönlich zu tun. Wenn wir ihn darum bitten, tut er es gerne. Er wartet nur darauf, dass er es tun darf.

Doch das ist nur ein Aspekt dessen, wovor Jesus uns rettet – wenn auch sicher der wichtigste.

Aber die Rettung wird nicht erst nach unserem körperlichen Tod gültig. Jesus rettet den Menschen, der ihm sein Leben anvertraut, auch schon jetzt im ganz alltäglichen Leben. Er hat mit seinem Opfer am Kreuz einen Tausch vollzogen. Darauf jetzt noch genauer einzugehen, würde für dieses Mal zu weit führen – doch in einem Satz lässt sich dieser Tausch am Kreuz zusammenfassen: Das Böse kam auf Jesus, damit uns das Gute zur Verfügung stehen würde. Das gilt für jede noch so kleine Einzelheit in unserem ganz persönlichen Leben.

Das ist die gute Botschaft von Weihnachten. Der Retter ist geboren! Gott, der Sohn, selbst kam als Mensch auf diese Erde, um unsere Verlorenheit mit der ewigen Annahme zu tauschen!

© Lisa Holtzheimer
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